Archiv für den Monat: Juli 2018

Freundesbrief Nr. 45

Freudenberg, 18. Juli 2018

Liebe Freunde!

Halte Deine Träume fest, lerne sie zu leben.
Gegen zu viel Sicherheit, gegen Ausweglosigkeit:
Halte Deine Träume fest.

Halte deine Freiheit fest, lerne sie zu leben.
Fürchte dich vor keinem Streit, finde zur Versöhnung Zeit:
Halte deine Freiheit fest.

Halte deine Liebe fest, lerne sie zu leben.
Brich mit ihr die Einsamkeit, übe Menschenfreundlichkeit:
Halte Deine Liebe fest.
Eugen Eckert

Noch einmal habe ich mich an den PC gesetzt und wage vielleicht ein letztes Mal, einen Brief an Euch zu schreiben. Die nicht mehr ganz durchbluteten kleinen Zellen wollen nicht mehr so gut mitmachen, aber wer sich nicht zwingt, der verliert.

Ich danke Euch Allen, die Ihr über viele Jahre so treu mitgemacht, das Freundschaftsband gepflegt und einander und füreinander gestützt habt.

Eine Generation geht heim – unter diesem Motto will ich schreiben. In den letzten Monaten habe ich spüren dürfen, wie so einer um den anderen sich auf den Weg in die Ewigkeit gemacht hat. Mit dem Tod meiner jüngsten Schwester Elisabeth (21. 1. 2016) hat in unserer Familie das Sterben eingesetzt und mit dem Heimgang meines Schwagers von Rudolf Kraus +18. Mai 2018, Staatssekretär, aus Schnaittenbach setzt sich das fort.

Unser Priesterweihekurs 1957 hatte einst 27 Kandidaten; von denen leben heute noch neun Mitbrüder, acht in Deutschland und einer in Buenos Aires. Mit dem Tod von Apost. Protonotar Wilhelm Schätzler am 9. Juli in Regensburg verliert der Weihekurs 1957 einen hochgebildeten Theologen und weitschauenden Priester und die Diözese einen wertvollen Mitarbeiter auf dem Gebiet von Kunst, Bildung, Film und Theater. Der Herr schenke ihm Frieden und die ewige Heimat!

Das Leben im Alter bringt so manche Einschränkungen mit sich. Es müssen nicht nur schwere Krankheiten sein, Verfall der Körperkräfte, das Nachlassen von Hören und Sehen, die Vergesslichkeit, die müden und steifen Beine und was an so Handicaps gibt, dazu zählt auch die Einschränkung, nicht mehr Autofahren zu dürfen. Davon bin ich auch betroffen.

So ist die Gefahr groß, nur noch den großen Jammerlappen zu spielen statt all die guten Möglichkeiten zu sehen und anzunehmen, sich helfen zu lassen, andere um Gefälligkeiten zu bitten.

So danke ich allen für eine lebenslange Freundschaft und wünsche Euch den Segen Gottes und die nötige Gesundheit für die kommende Zeit, die letzten Lebensjahre durchzuhalten.

Wie immer

Euer Hans Hammer Pf. i. R.