Archiv für den Monat: März 2017

Freundesbrief Nr. 40

23. März 2017

Liebe Freunde,
neulich bekam ich zum Geburtstag von einen meiner Freunde ein kleines Büchlein mit dem Titel „ICH WERDE GERNE ALT“ von Jörg Zink, ein Verfasser vieler lesenswerter Schriften, der kürzlich gestorben ist.
Daraus möchte ich ein paar Sätze zitieren:

„Es ist deutlich: Ich werde alt.
Ich stand im Garten, die Rebschere in der Hand, neulich, an einem lauen
und schönen Abend. Drei Schritte seitwärts meine Frau. Sie sagte etwas,
aber ich verstand sie nicht. Man hört nicht mehr wie früher. Ich frage zu-
rück. Sie möchte wissen, ob ich Mittwochabend Zeit hätte. Müllers wollten
vorbeischauen.
Der Kalender liegt im Untergeschoß. Ich gehe die Treppe hinab und merke
unten: Ich habe vergessen, weshalb ich herabkam. Es fällt mir wieder ein:
Ach ja! Müllers. Beim Griff nach dem Kalender stelle ich fest: Die Brille liegt oben, also gehe ich nach oben, sie hole und komme wieder. Schließlich finde ich den Mittwoch.
Während ich zum zweiten Male nach oben steige, Stufe für Stufe, fühle ich
einen feinen Druck in den Knien. Und oben fange ich an zu suchen: Wo habe
ich nur die Rebschere gelassen?
Kein Zweifel: Ich werde alt.
Aber merkwürdig: Ich finde es schön. Was schadet’s, dass mir Namen entfal-
len, die mir gestern genannt wurden? Dass alles langsamer wird, wie man sagt.“

So könnte ich weiter zitieren aus dem nachdenklich machenden Büchlein. Und ich fange an zu verstehen, wie ungeduldig ich dabei werden könnte. Aber was bringt’s?

Ich habe wieder zu danken für die zahlreiche Post zu Weihnachten und zum Geburtstag und schon stehen die Osterfeiertage im Kalender. Bitte haltet Euch zurück, ich weiß ja schon lange, dass nach dem ersten Frühlingsvollmond das Osterfest ansteht, und dass wir Christen die Auferstehung des Herrn feiern dürfen, und dass dieser Glaube uns Kraft schenkt, das Leben zu bestehen und angstfrei sterben zu dürfen. Und gerne wünsche ich Euch allen die Hoffnung und die Freude über diese Zusage, die uns die Botschafter des Herrn aufgeschrieben und durch ihre Lebenshingabe bezeugt haben.

Und es lässt sich leider auch nicht verheimlichen, dass ich im Sommermonat Juli, am 2. 7., den 60. Weihetag meiner Priesterweihe feiern darf, wenn ich bis dahin noch lebe. Und werde mich freuen, wenn wir dieses Fest miteinander feiern dürfen Um eine unverbindliche Anfrage bzw. Anmeldung würde ich bitten, damit ich evt. besser planen kann.

In diesen Tagen führt mich der Weg nach Wien. Mein Priesterfreund Martin Rupprecht Dekan und Pfarrer von Rudolfsheim – er stammt aus der Oberpfalz – hat mich aus Anlass der Errichtung der neuen Pfarre Hildegard Burian eingeladen hat. Am Spätnachmitag treffe ich mich mit ehemaligen Döblinger Freunden (St.Paul) bei Haselbrunner in der Silbergasse.

Allen Freunden nah und fern frohe und gesegnete Ostern!
Wie immer Euer
Hans Hammer Pf.i.R.