Archiv für den Monat: Juni 2016

Freundesbrief Nr. 37

15. Juni 2016 Hl.Veit

Liebe Freunde,

da erhalte ich in diesen Tagen einen Kartengruß auf dem der Spruch steht: „Wenn man es schafft, langsamer zu werden und innezuhalten, erhält man ein wunderbares Geschenk: ZEIT.

Nun ich kann mit diesem Satz wenig anfangen, weil mir die Zeit ständig davonläuft, und ich mit zunehmendem Alter zu allem länger brauche und spüre wie viel Zeit mir täglich verloren geht, ob es die Zeitung ist, die mir oft mit der Überfülle von unwichtigen Informationen und Werbung Zeit stiehlt und den Altpapierkübel noch schneller füllt als ich will, oder ob es die längere Inanspruchnahme der Morgen- und Abendtoilette ist, von der Zahnpflege und der altersbedingten Arztbesuchen- und Pflegebedingungen und vielen anderen Gängen und Besorgungen, die man in jüngeren Jahren so nebenbei erledigen konnte und heute viel mehr Zeit nötig haben, bis zur Parkplatzsuche, wenn man noch froh sein darf mit dem Autofahren zu Recht zu kommen. Ja, dies und vieles andere bedarf vieler Geduld und Gelassenheit, wenn die Balance des Lebens stimmen soll.
Nicht schreiben will ich über die Irrungen und Wirrungen die uns die Unruhe im Bereich Wirtschaft – Politik – ständige Veränderungen von Gesetzen und Vorschriften mit sich bringen – gar noch von den Zahlenwust beim Erstellen von Überweisungen mit den ellenlangen Zahlenreihen von IBAN und BIC abverlangen. Und so frage ich mich: Ticke ich noch recht, wenn einem das alles zu viel wird? Noch kann ich einigermaßen mit PC und Internet umgehen, aber auch hier wird es immer schwieriger bei zunehmenden Eingriffen von Werbung und Spams dem allen HERR zu werden. So: Schluß der Klage.

Eigentlich wollte ich nur sagen: Das alles ist der Grund, dass es so lange mit der Produktion dieser Nr. 37 des Freundesbriefes gedauert hat. Und so ist der Sommer gekommen, und die Sonne lässt sich nur sporadisch sehen, und die Wetterfrösche haben so lange gequakt, dass der Regen scheinbar nicht mehr aufhört, und die Klage über zu wenig Regen wechselt in den Jammer über den „Stark“regen.

Inzwischen fand auch unser jährlicher Treff der Freunde in Weimar statt, und unser Edelfranke Hans-Heiner Schneider hat den Bericht über unser Treffen zusammengestellt. Ich danke ihm herzlich dafür, wenn er auch immer noch leidet, dass der FCN den Aufstieg in die Bundesliga nicht geschafft hat. Dieser Bericht liegt für die 15 Teilnehmer mit bei und wer diesen nachlesen will, kann ihn hier im Anschluss an diesen Brief finden, und so spare ich mir die zusätzliche Arbeit; und wer diese per PC nicht empfangen kann, möge sie per Post noch anfordern.

Ansonsten möchte ich dieses Mal keine weiteren Neuigkeiten und Anregungen anfügen, damit die Sehnerven nicht allzu sehr beansprucht werden und Zeit bleibt beim Lesen durchaus spannender Literatur. Mit Genuss habe ich das Buch von Andreas Englisch: Der Kämpfer im Vatikan – Papst Franziskus und sein mutiger Weg gelesen. Erschienen im Bertelsmann Verlag.

Und so schließe ich diesmal mit einem Gebet

Lass blind mich, Herr die Wege geh’n, die Deine sind.
Will deine Führung nicht verstehn, bin ja dein Kind.
Bist Vater der Weisheit, auch Vater mir.
Führst durch Nacht du auch, führst doch zu dir!

Herr, lass geschehn, was du willst: Ich bin bereit!
Auch wenn du nie mein Leben stillst in dieser Zeit.
Bist ja Herr der Zeit, das Wann ist dein.
Dein ew’ges Jetzt, einst wird es mein!

Mach alles wahr, wie du es planst in deinem Rat
Wenn still du dann zum Opfer mahnst, hilf auch zur Tat!
Edith Stein.

Mit allen guten Wünschen und Segen

Wie immer Euer Hans Hammer

http://hammer-hans.de/
e-mail: hammer.hans@web.de
Tel. 09627 924899 – Fax: 09627 924822

Goethe? Schiller? … Hammer!

( Reminiszenzen an 4 schöne Tage im gar nicht mehr so wilden Osten )

15 „Hammerianer“ versammelten sich vom 5. bis 8.Mai 2016 (Donnerstag bis Sonntag) in Weimar, der Stadt der Dichter und Denker, zu ihrem jährlichen Freundestreffen – erwartungsfroh und durch strahlenden Sonnenschein animiert – aus allen Teilen der Republik angereist, veredelt durch Freunde aus Österreich („Tu felix Austria …“) und aus der Schweiz (letztere allerdings nur Wohnsitz-Schweizer, ansonsten von deutschem Geblüt).

Leider hatten in den Tagen und Wochen davor noch einige absagen müssen, schade, aber nicht zu ändern.
Als „Himmelfahrts-Kommando“ verstand sich die Gruppe der 15 aber nur insoweit, als sie an diesem Tage (vulgo „Vatertag“) sich geschlossen im 4-Sterne-Hotel „Leonardo“ einfand. Dieses sowie die Vorschläge für die Gestaltung der Tage in Weimar hatten in bewährter Weise wieder Carmen und Stephan Ziehfreund herausgesucht, denen schon an dieser Stelle großes Lob und aller Dank gebührt.

Vor allem die abendlichen Gespräche nach dem wohlschmeckenden und reichlichen Abendessen (auf Wunsch auch jeweils am Buffet) zeigten, wie engagiert sich die Gruppe mit ihrer Amtskirche auseinandersetzte und in ihr lebte (teilweise auch an ihr litt). Hans Hammer hatte z.B. für den 2.Abend wieder „Materialien“ dabei, welche zu angeregten Diskussionen führten und letztlich alle bereicherten, gerade auch wegen der Offenheit der Gespräche und des Einbringens persönlicher Erlebnisse. Auch am Samstagabend versammelte man sich wieder vollständig im Gesprächskreis, hier auch schon, um das nächstjährige Treffen zu besprechen.

Dass die Tagesprogramme am Freitag und Samstag so offen gestaltet waren, fand großen Anklang. Jeder konnte sich so frei fühlen, sich mehr dem „Sightseeing“ hinzugeben oder mehr den Gesprächen mit Freunden zu frönen. Als eine Art „Fixpunkt“ vorgesehen war lediglich eine Stadtbesichtigung „zu Pferd“, genauer gesagt mit der Pferdekutsche, die für Freitagnachmittag von den Ziehfreunds vorbestellt war, und der die Gruppe mit großem Interesse begegnete. 2 Kutschen standen zur Verfügung, die beiden charmanten Führerinnen hatten nicht nur die Zügel im Griff sondern auch viele Informationen über Weimar und seine Geschichte bzw. geschichtlichen Objekte parat.
Vorher traf man sich schon zum Mittagessen im am Frauenplan hinter dem Goethehaus gelegenen Traditionsgasthaus „Weißer Schwan“, in dem auch schon Goethe und der japanische Kaiser speisten. Weiterer Vorteil: Von dort war es nur ein Katzensprung zur Stelle, von der die Kutschen abfuhren.

Den Vormittag konnte man in Eigenregie verbringen – Vorschläge dafür gab’s bereits zum Frühstück – sei es zu einem kleinen Stadtbummel oder z.B. zu einem Besuch der gerade stattfindenden großen „Ernestiner“-Ausstellung.
Der Samstagvormittag wurde von den meisten zu einem Rundgang durch Schloss Tiefurt und seinen angrenzenden Park genutzt, teilweise ergänzt durch einen Besuch im „Haus am Horn“, einem „Bauhaus“-Juwel ersten Ranges, bevor man sich am Nachmittag im Café von Schloss Belvedere traf, das ob der vielen Gäste an seine Grenzen stieß und mangels Personal deutliche Überforderung sichtbar werden ließ. Der Besuch des Schlosses mit seinen Kostbarkeiten und das herrliche Wetter ließen aufkeimenden Unmut aber bald verschwinden, zumal ja die Aussicht auf ein wieder opulentes Abendessen bestand.

Am Sonntagvormittag konnte Hans Hammer leider nicht wie gewohnt selbst die Messe für die Gruppe halten, da in der katholischen Herz-Jesu-Kirche für den gewünschten 10 Uhr-Gottesdienst bereits ein Limburger (sic!) Mädchenchor zu Gast war, der aufgrund des an diesem Wochenende stattfindenden „Jugendchor-Festivals“ sich in Weimar aufhielt. Dass er den Gottesdienst auf alle Fälle durch Wohlklang und Frische bereicherte, konnte der Unterzeichnete, der durch glückliche Umstände sich während des Gottesdienste ganz nah am Chor platzieren konnte, persönlich feststellen.

Fazit der Weimarer Tage: Wieder ein gelungenes Treffen des „Hans Hammer Freundeskreises“ mit Sonne nicht nur im Herzen, das nach einer Fortsetzung geradezu dürstet („Wie der Hirsch nach der Wasserquelle …“) und das im nächsten Jahr mit dem 60jährigen Priesterjubiläum von „unserem Hans“ eine Aufgipfelung erfahren soll. Auch wenn schon der Großteil der Gruppe fortgeschrittenen Alters ist – auch da ist uns der Hammer Hans wieder mal voraus! -, hoffen alle wieder auf ein wundervolles Gemeinschaftserlebnis. Und um mit den Worten von Kanzlerin Angela Merkel zu sprechen: „Wir schaffen das!“

Heiner Schneider