Archiv für den Monat: Oktober 2015

Auf der Höhe der Zeit stehen – Ein Aufruf zu Gebet und Umkehr

das ist gefährlich und bedrohlich. Es bedeutet sich Zeit zu nehmen und viel zu lesen, zu bedenken, zu erwägen und sich ins Gebet nehmen!

Die Kirche steht in einer Zerreißprobe und ist in vieler Hinsicht herausgefordert. Da ist ein Papst Franziskus, der die Probleme der Gesellschaft weltweit erfasst hat, sie anpacken will, und die Ängste unter seinen „Schalterbeamten“ wie auch unter manch jungen und älteren Priester sehen schon den Untergang der Kirche kommen. Und dennoch: Die Probleme müssen auf den Tisch und zur Sprache gebracht werden.

Die Leser der Homepage bitte ich: Werdet nicht mutlos, greift die anstehenden Themen und Fragen auf und mischt euch ein. Mit Tränen in den Augen bitten mich treue und bescheidene Christen den Kampf mit den bösen Mächten nicht aufzugeben.

Das Elend mit unseren an allen Ecken und Enden zerbrechenden Ehen, die Not der arbeitslosen Jugend in vielen Teilen und Ländern  der Welt, die ausweglose Not der Flüchtlinge, denen die Häuser zerbombt wurden, die millionenfach aus ihrer Heimat vertrieben wurden und seit Jahren in einem zermürbenden Bürgerkrieg mit kranken und hungernden Kinder Zuflucht und Aufnahme in friedlichen Zonen der Welt um Aufnahme bitten.Die fliehen müssen, weil terroristische Banden -IS-Leute und BokoHaram- in Afrika morden und massakrieren.

Und wo nicht Bürgerkriege und Vertreibung herrschen, da greifen die Süchte wie Alkohol und Drogen um sich und erfassen in Wohlstandsländern die jungen Menschen. Sex und Missbrauch junger Frauen und Kinder erfassen nicht wenige der  Wohlstandsjünger und zerstören junge Menschen und berauben sie ihrer Ideale und Zukunftsperspektiven. Viele laue Katholiken verlassen die Kirche und ergehen sich in maßloser Kritiksucht.

In vielen Sektoren unserer Wohlstandsgesellschaft haben sich die Infektionsherde von Betrug, Korruption eingeschlichen, die Finanzwelt ergeht sich in Spekulationsgeschäften und bisher angesehene Banken und weltweite anerkannte Firmen sind anfällig geworden für Betrug und Steuerhinterziehung. Wo gilt noch ein verlässliches Wort?

In dieser Situation hat Papst Franziskus ein Heiliges Jahr angekündigt – ein Jahr der Barmherzigkeit, ein Jahr der Besinnung auf Wert wie Glaube, Hoffnung und Liebe.

In der heute beginnenden Bischofssynode in Rom wird gerungen um unsere Ehen und Familien, um die Kinder, die Waisen geworden sind, weil Eltern aus der Ehe davonlaufen und Kinder irre werden an ihren Eltern.

Liebe Freunde, seht auf die kleine Herde, denn dem Vater hat es gefallen, diese zusammenzuführen unter dem einen Hirten, dem Hirten der Kirche Jesu Christi.

Ja es gibt sie noch diese Herde, die vertraut und den Weg sucht in einer verwirrten Welt.

Ihr Pf. Hans Hammer

Freudenberg, am Erntedanktag  4. Oktober 2015 – Todestag von Franz v. Assisi

Freundesbrief Nr. 35

7. Oktober 2015

Liebe Freunde,

Ein ungewöhnlich warmer und sonnenreicher August und September wurde uns in diesem Jahre beschert und politisch-gesellschaftlich unruhige Zeiten haben sich eingestellt – Flüchtlinge aus Nahost, dem Balkan und etlichen Ländern aus Asien und Afrika kommen dazu. Und alle wollen am liebsten nach Deutschland. Mama Merkel hat gerufen: Willkommen – und sie kommen.

Im Jahre 1945 waren es über 8 Millionen, die als Heimatvertriebene in das zerstörte Deutschland kamen und trotz Not und Besatzung Aufnahme fanden. So werden wir auch sicher mit den heutigen Problemen fertig, wenn wir guten Willen zeigen und Zuversicht haben.

Wir haben ja auch einen guten Hirten in Rom, der nicht müde wird, den Menschen Trost und Zuversicht zuzumuten. Möge die Synode mit 270 Bischöfen aus den verschiedenen Kontinenten und den 17 Ehepaaren zukunftsoffene Wege zeigen, in denen Christen wieder Hoffnung schöpfen dürfen.

Das kommende Heilige Jahr der Barmherzigkeit möge für die vielen geschiedenen Ehen und in zweiter oder dritter Ehe lebenden Paare mit und ohne Kinder Einsichten und Nachdenklichkeit vermitteln, dass Liebe mehr ist als ein Vertrag und Verantwortung bedeutet für Eheleute wie auch Heimat für die Kinder, in der sie lernen, schwere Tage und Jahre zu bestehen und den Weg lernen, der Verzeihen und Versöhnung kennt und nicht rasches Verlassen des Partners. Wer nicht mehr glauben kann, dass Gott uns als Mann und Frau erschaffen hat, wird schwer sich an ein solches Gebot halten können, dass es eben mehr ist als ein Wort von zwei Menschen, eben Sakrament, Vermächtnis dass Gott uns schützt und nahe ist. „Wo der Herr ist, gibt es Barmherzigkeit“ so stellt der Papst fest, und im Beharren auf Regeln und die Starrheit der Mission wird die Barmherzigkeit herausgefordert. Und so ist es auch nicht einfach, ein Prophet zu sein, Gebote und Regeln so zu verkünden, dass diese vom gläubigen Menschen verstanden und angenommen werden. So wird die Kirche auch zu einer neuen Sprache finden müssen, um den Menschen von heute ansprechen zu können.

Und wie geht es dem Pfarrer Hammer, so fragen immer wieder die Leser des Freundesbriefes? Ja es geht ihm dem Alter entsprechend gut und er kann den Anforderungen eines Seelsorgers in der Expositurgemeinde mit zwei Gottesdiensten und einen Sonntagsgottesdienst an Sonn- und Feiertagen noch nachkommen.

Im August habe ich mit drei Priesterfreunden eine Woche in Kals am Großglockner im Lucknerhaus verbracht und durfte die Tage genießen und mit den Wirtsleuten eine lebenslange Freundschaft wieder erfahren. Bevor ich mit Freund Prälat Helmut Huber, Stiftskanonikus an der alten Kapelle in Regensburg, und Prälat Schütz, Wien, wieder die Heimreise antrat, haben wir zusammen noch einen Vormittag im Virgental drei wunderschöne Kirchen in Matrei besucht. Als erstes die große Pfarrkirche St. Rupert in Matrei an der Felbertauernstraße mit einem großen schön gepflegten Friedhof. Als zweite besuchten wir die 800 Jahre alte St. Nikolauskirche mit alten Fresken im Chorturm – ein sehenswertes Kirchlein. Ein bauliches Kleinod ist schließlich die wunderschöne barocke Wallfahrtskirche „Maria Schnee“ in Obermauern im Virgental. Es war für mich eine Überraschung, eine solch mächtige Kirche in diesem engen Tal hier vorzufinden, es ist ein beredtes Zeugnis von einem frommen und gläubigen Volk, solch eine prächtige Kirche zu bauen. Insgesamt waren diese Tage reich an menschlichen Begegnungen, erholsamen Spaziergängen in einer vielfältigen Berg- und Kulturlandschaft.

Am darauffolgenden Freitag bis Sonntag 7. – 9. August nahm ich in Berlin in der evang. Pfarrkirche Hl. Kreuz mit dem ev. Pfarrer dasTrauversprechen von Jan und Xenia Wullenweber ab. Eine mit viel Sorgfalt und guten Freunden gestaltete Hochzeit, erlesenen Liedern und Musikbegleitung. Wünsche dem jungen Ehepaar glückliche Jahre!

In der letzten Septemberwoche nahm ich teil an der Ostkirchentagung in St. Virgil – Salzburg mit Referaten von Bischöfen aus Aleppo und Ägypten. Thema der Tagung: Christen und Muslime – Wege in die Zukunft. Es nahmen 140 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland u. der Schweiz teil. Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Münster, fand mit dem Thema „Der Islam im Widerspruch“ ein besonderes Interesse. Besonders hat mich gefreut, Dekan Martin Rupprecht, ein Regensburger Priester in Wien, zu treffen, der drei Pfarreien betreut und derzeit 200 Flüchtlinge in seinen drei Pfarren aufgenommen hat.

Euch allen danke ich für die Urlaubsgrüße und Briefe, die Anrufe und Kontakte in den vergangenen Monaten seit dem 27. Mai. So grüße ich Euch und segne euch von ganzen Herzen

wie immer

Euer Hans Hammer