Archiv für den Monat: Juni 2015

Brief aus der Oberpfalz Nr. 34

27. Mai 2015

Liebe Freunde,
wir gehen ins sechste Monat des Jahres 2015. Vorbei sind die Feste um Ostern und Pfingsten und schon lange wäre der Freundesbrief fällig. Mit zunehmenden Alter fällt es nicht immer leicht, rechtzeitig mit seinen täglichen Pflichten und Aufgaben zu Recht zu kommen.

Das Freundestreffen in Bonn – Köln ist vorbei, und wie ich meine, sind alle gerne gekommen, um sich wieder zu sehen und gemeinsam ein paar Tage zu treffen. Am Freitag Vormittag haben wir das verträumte Bonn besichtigt, und nachmittags den Drachenfelsen bei Königswinter. Am Samstag Vormittag war der Kölner Dom auf dem Programm. Zu Mittag waren wir in der „Früh“. Dazu gesellten sich einige Gäste aus dem Kölner Raum und jeweils am Abend haben wir miteinander Persönliches wie gemeinschaftliche Sorgen und Freuden ausgetauscht.
Am Sonntag waren wir in der Bonner Münsterkirche und haben den Gottesdienst mit Prof. Dr. Martin Ebner gefeiert. Mit dem Mittagessen im Schatten des Bonner Rathauses ging ein gelungenes Wiedersehenstreffen zu Ende, und wir verabschiedeten einander und kamen mit Staus bzw. Zugverspätungen wohlbehalten alle zuhause wieder an. Besonderer Dank Frau Dr. Angelika Held und dem Ehepaar Carmen und Stefan Ziehfreund für die Vorbereitung des Treffens und die Programmgestaltung!

Sicher machen wir uns auch Sorgen um unsere Kirche und unser Christsein, aber wohl anders wie die führenden zölibatären Männer der Kirche in Rom und anderswo. Anders klingen die Fragen führender und anerkannter mündiger Laien, sagen wir lieber: Brüder und Schwestern in den deutschsprachigen Ländern, insbesondere in Österreich und Deutschland. So sammeln sich auf meinen Schreibtisch viele Briefe und Manuskripte, die samt und sonders kreisen um die Fragen der kommenden Synode um Familie und Eltern und deren Kinder, um das Flüchtlingselend, in Nah- und Mittelost und besonders im Mittelmeer-Raum. Ebenso tritt immer mehr in den Vordergrund das durchaus fragwürdige Thema Homo-Ehe, Geschiedenen–Pastoral und alles was den Priesternotstand betrifft. Ob zölibatär lebende Hirten – und Oberhirten – da wirklich befugt sind, unter Ausschluss der Eheleute authentische Beschlüsse zu fassen, steht dahin. Sicher ist dieses Thema nicht nur unter dem Aspekt von Dogma und Kirchenrecht zu beraten, sondern auch zu bedenken, dass es doch in erster Linie um unsere Familien geht. So holt man das ZdK aus der Verbandskiste, wenn man glaubt, Jubelkatholiken einsetzen zu müssen, tadelt sie aber streng, wenn sie nicht bereit sind zu allen JA und AMEN zu sagen. Und so tauchen in vermehrtem Maße römisch-katholische Repräsentanten aus dem Lager der Konservativen auf und treten mit Parolen auf den Plan, die an die Zeiten des 19. Jahrhunderts erinnern. So hat es unser großer Bruder Franziskus in Rom fürwahr schwer, sich in diesen weltweit anstehenden Fragen und Problemen zu recht zu finden.
Umgekehrt hat Papst Franziskus überzeugend gehandelt, dass er nach 35 jährigem Tauziehen den Prozess der Seligsprechung von Erzbischof Oskar Romero aus El Salvador durchgezogen hat und diesen verdienstvollen Hirten zum Blutzeugen des Glaubens erklärt hat.
In Deutschland wird es wohl nicht ganz einfach sein, für den freiwerdenden Posten einen ZdK-Präsidenten zu finden, der mutig und kompetent die katholischen Laien vertritt, eigenständig denkt und handelt, wenn überhaupt das Zentralkomitee überleben will.

Der Pfarrer war unterwegs bei Geburtstagen in der Osterwoche: Beim 80. Geburtstag von Hans Simon in Wien und bei Freund Walter Trinkl zum 75. Geburtstag in St. Kanzian am Klopeiner See in Kärnten. Oberschwester Luise Günter durfte am 8. Mai ihren 90. Geburtstag feiern. Herzlichen Glückwunsch zu diesen Festtag!

In München habe ich Prälat Dr. Willibald Leierseder im Requiem mit verabschiedet. Am Friedhof in Ottobrunn fand er seine letzte Ruhe nach einem verdienstvollen Leben von 85 Jahren.

Allen Freunden wieder herzlichen Dank für die Ostergrüße und Kartengrüße aus vielen möglichen schönen Orten dieser Erde.

Den Einsamen und Kranken galt ein besonderes Gedenken in den Gottesdiensten zum Pfingstfest!

So grüßt euch alle sehr herzlich
und wie immer Euer Pfarrer Hans Hammer