Archiv für den Monat: April 2013

Brief aus der Oberpfalz Nr. 28

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St. Markus  25. 04. 2013

Liebe Freunde!

Diesmal habt ihr ein wenig länger warten müssen – außer jenen, die mit PC und Internet arbeiten – für die gab es einen vorösterlichen Gruß.

Nun der lange Winter hat auch bei mir eine gewisse Lähmung oder depressive Stimmung bewirkt, die mich nicht gedrängt hat, früher zu schreiben. Nun aber haben wir ja Ostern gefeiert, einen neuen Papst von Gott als österliches und belebendes Geschenk erhalten und die Sonne entwickelt ungeahnte Kräfte, wenn ich an den Garten denke, der meine alternden Kräfte neu herausfordert.

Sicherlich seid Ihr nun neugierig was ich in den vergangen Monaten gemacht habe?

Als erstes habe ich mich gefreut, dass der „Seniorenclub“,  sprich der Senat der Kirche – die unter 80 jährigen Kardinäle – , einen Papst vom Ende der Welt gewählt haben. Immerhin hatten Sie den Mut, einen zunächst völlig unbekannten Kandidaten aus Argentinien Jorge Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires zum Nachfolger des Hl. Petrus zu wählen. Für Männer mit einem Durchschnittsalter von ca. 72,5 Jahren zeugt das von Mut und Vertrauen in den Hl. Geist. Hier könnten so manche Diözesanbischöfe etwas lernen und mit mehr Mut künftig zeitgerechte Entscheidungen treffen. Aber es muss ebenso Papst Benedikt bescheinigt werden, dass er mutig und grund-vernünftig den Weg durch seinen Rücktritt frei gemacht hat. Alles in allem Grund zur Freude und Hoffnung.

Ein zweiter Grund zur Freude ist dann wohl die Herkunft: ein Ordensmann und Jesuit wählt sich den Namen Franziskus und zeigt damit ein Programm an, das der Weltkirche guttut und vielleicht hoffen lässt, so manchen Filz, der sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, zu lösen und den Wind des Hl. Geistes in einer zwar ehrwürdigen aber ebenso verhärteten Institution neues Leben einzuhauchen.

Wie gerne singe ich hier das Lied vom Hl. Geist: O komm der Armen Vater du!

Du bringst den Lebensmüden Ruh und Balsam für der Seele Wunde und Kühlung in der heißen Stunde. Entzünde neu das kalte Herz, und was der Sünde Todesschmerz zerrissen hat, das heile wieder, vereine die zerstreuten Glieder.

Wer mehr vom neuen Papst wissen will, dem kann ich den Bildband: Papst Franziskus von Stefan von Kampis aus dem Herder Verlag/Weltbild empfehlen.

Hintergrundwissen  und interessante Einblicke in die Wahl wie auch sein bisheriges Leben vermittelt dieses Buch. Es ist seine 20 Euro wert.

In unserer Diözese arbeitet sich der neue Bischof Rudolf nun langsam ein und versucht sich ein Bild über den Zustand des Bistums zu verschaffen und hat vor in diesem Jahre sämtliche 8 Regionen des großen Flächenbistums mit 14 665 Quadratkilometern und 33 Dekanaten mit 769 Seelsorgestellen und 443 Seelsorgern vor Ort kennen zu lernen. Nicht leicht in einer Diözese, die in den letzten Jahren einige Wunden davongetragen hat.

In unserem Freundeskreis hat sich in den letzten Tagen Herr Georg Eidenschink, ehemals Großhandelskaufmann in Teheran in München verabschiedet und wurde am Giesinger Friedhof (Ostfriedhof) zur letzten Ruhe bestattet. Seine Frau Emma und seine beiden Söhne Georg und Henry haben ihren Gatten und Vater viel zu früh verloren, war er doch nicht nur für sie, sondern für viele ein guter Freund und Gesellschafter, was die große Anteilnahme an der Beerdigung gezeigt hat. Möge er in Frieden ruhen!

In der nächsten Woche treffen sich in Wien vom 9. – 12.  5. ein Rest vom ehemaligen Freundeskreis (Teheran-Treff genannt) in Wien. Es wird wohl das letzte Treffen sein, da wir alle in ein Alter kommen, wo Reisen und Besichtigungen nicht mehr das Wichtigste sind.

Wieder habe ich viel Post zum Geburtstag und zum Osterfest bekommen und ich möchte mich entschuldigen, wenn immer wieder der eine oder die andere keine Antwort bekommt, mit diesem Brief möchte ich mich bei allen sehr herzlich bedanken. Schon heute danke ich Hans Simon Wien und Dr. Godehard Schwarz für die Vorbereitung und Gestaltung des Wienaufenthalts.

Allen wünsche ich den Hl. Geist zum kommenden Pfingstfest mit der letzten Liedstrophe: Schenk bangen Herzen Trost und Freud, und trüben Augen Heiterkeit; komm, all erfreuend Licht und stille den Durst nach dir mit Geistesfülle.  –  Nichts kann der Mensch, der sich von dir getrennt, nichts ohne dich; so komm mit deines Lichtes Strahlen, und deinen sieben Gaben allen!

Wieder grüße ich Sie alle und wünsche frohes Gottvertrauen und Zuversicht

wie immer

euer Hans